|
Geschrieben von tk
|
|
Freitag, 15. Januar 2010 |
|
Ich stelle mir die Frage: Gibt es etwas, das keine Ursache hat, und ehe ich auch nur an eine saubere Formulierung darüber gehen kann, dass das ja wirklich schwierige Fragen sind, die ich mir ab und an auferlege, und so abrupt auch erst einmal gar nicht beantworten kann, höre ich hinter mir auch schon das Geräusch von durchwateten zähflüssigem Schlamm der Mixmarke Zweipfennigmetaphysik und Grundlagenastronomie, in dem ich mich langsam nach vorne arbeite. Puh, denke ich, aber es muss doch schon Gründe dafür geben, dass, wenn das Eine aus dem Anderen, dann auch das Andere aus dem, ja, die Mathematik unterscheidet da schon, aber wer unterscheidet dann andererseits zum Wohle der Mathematik? Vielmehr muss man, um sich endgültig in die Niederungen des Kausalitätsuntertagebaus zu begeben, jene silberfeine Unterscheidung treffen, die ein ganzer Zweig von Existenzblättchen als seine Berufung betrachtet: Die Kunst, respektive ihre Protagonisten, unterstellen der Wirkung, dass sie mehr sein kann als man ihr vermeintlich zugestehen will. Da, dieses kleine klapprige Ei aus undefiniertem Material, was sich als Kunst geriert, will nicht nur da sein, das heißt an einer Stelle, an der vorher nichts war, Luft vielleicht und also eben diese verdrängend, die man ihr zuvor noch eingestehen wollte, jemand muss es wohl hier abgestellt haben, und dann ist auf einmal ein Ding da, hurra, gelegt, die Henne hat ihre Schuldigkeit in eine fast perfekte Form ergeben. Aber nein, unser, ich bitte die Vertraulichkeit zu entschuldigen, Ei, es hat Großes vor, mehr, mehr in jedem Fall, mehr als da sein, ein Mehrdasein, bedingt. Die Leute sollen meine Wirkung spüren, sagt uns das Ei, und es malt, und es schreibt, und, und eh, ja, es macht Musik. Und musizierende Eier sind in aller Regel wenig schnell zufrieden zu stellen, sie wollen weit, sehr weit, die Wirkung kann gar nicht groß genug sein, erschauern sollen die Leute, das lässt sich das Ei dann auch nicht schlecht was kosten. Es verbiegt sich, löst seine Oberflächenstruktur auf, es ackert und koloriert und watschelt, Mensch, Hauptsache du schaust nur endlich hin. Wirkung? Nie genug – eine fast glückliche Ehe. Jetzt treten finstere Gestalten auf, nennen wir sie böse, die zum Behuf der Wirkungsanwendung körperzüchtigender Unfreundlichkeit nicht nur den Hut vor unserem rhythmischen Ei ziehen, vielmehr dieses gleich im Sinne allgemeiner Mobilmachung in Anwendung bringen und den Wirkungsradius in und auf die Felle und Trommeln von ansonsten in diesem Bereich eher als Kunstunsinnigen und daher durchaus Unfreiwilligen als zartes Amabile hernieder prasseln zu lassen. Und die Kunsteiallmächtigkeitsschöpfer? Hm, die wollen plötzlich nicht mehr, nix von wegen Wirkung und so, das geht doch nicht, unser Ei ein Folterinstrument? Da ich in dieser Angelegenheit doch eher als Land.., nein die Sache ist zu wichtig, um hier durch den, den, gezogen, also es gab mal eine englische Komikertruppe, die eine Foltermethode zu entwickeln wusste, die mit dem Stichwort „poking with soft cushions“ in die Geschichte eingegangen ist und allenfalls noch die Weiterentwicklung aus gleichem Hause, dem sogenannten „comfy chair“ eine Steigerung erfahren hat. Jetzt meine Frage: Sind Dinge in wirkungsaffinen Eiern angelegt, die ein Kissen oder gar ein Polstermöbel etwa vermissen lassen? Wer spricht mit der aus einem Ei entspringenden Wirkung, das es jetzt mal genug ist, wer droht ihm Konsequenzen an? Und während ich das so überlege stehe ich an der Gemüsetheke meines Supermarktes, wäge ab, ob es heute Blumenkohl oder Broccoli geben soll und freue mich, dass diese meine Entscheidung positiv motiviert wird durch den Gesang von Christina, oder Britney, gar Dieter, nö, oder, also doch die Schwedin, ich hätte jetzt schwören können ... |
|
|
Geschrieben von tk
|
|
Donnerstag, 14. Januar 2010 |
|
Da rennen Figuren, fremde, im Text rum, der eigene, und die Gefahr ist nicht gerade gering zu nennen, dass man sich so verliert, hoppla, denkt man da auch gleich, und wenn man dann nicht auch sofort einen Anker zur Hand hat, mit dem man sich aus der verqueren Situation retten kann, nu, da können zumindest sehr fremde Dinge mit einem, respektive mit dem Text vor ich gehen, Dinge, wie man sie vielleicht aus anderen Texten kennt, bei denen mn sich fragt, na, da ist wohl sicherlich etwas schiefgelaufen, oder, und also lässt man es gar nicht erst soweit kommen, legt Anker bereit, große, schwere, jedem Sturm gewachsen, so groß, dass man sie im Nebel in jedem Fall wird erkennen können, und all das gleich zu Beginn, bitte schön, denn wie gesagt, wie schnell befindet man sich im Taumel einer solchen Bewegung, und riskieren will man nun mal überhaupt nichts, es steht ja schließlich auch sehr viel auf dem Spiel, irgendwie, der Mensch vielleicht, der eigene, das Ich als Ganzes und in seiner Diversität, überhaupt schwierig die Sache mit dem Schreiben, aber wenn man einmal angefangen hat, kann man ja schließlich nicht einfach mittendrin den Stift hinlegen und sagen, so das war es, denn was sollte denn wirklich gewesen sein, was könnte in dem ersten Moment, da man den Stift noch auf den Punkt gesetzt hält noch nicht erledigt sein, was dann und unmittelbar danach einen Faktor der Beendigung aufweißt, die Figuren stehen schließlich nach wie vor auf der Syntax und harren der Bedeutung, da gibt es keine Beendigung, ja, nicht einmal einen Fortschritt, vielmehr die fortlaufende Beharrung des Gegenwärtigen, da könnte man jetzt natürlich denken, da gibt es dann 2 Möglichkeiten, entweder, und erst zu spät wird man erkennen, dass das bereits die erste Option ist, so dass man die zweite auch aus dem Grund verpassen wird, da man sich vergebens an die erste wird erinnern wollen, so dass dann auch diese zweite verloren ist, Schreiben ist ein Verlust, der Text geht verloren, die Figuren schreiben sich in diesen ein, poff, es gab ja schon mal die Überlegung, das Ganze dann doch sein zu lassen, aber wahrscheinlich gab es mehr Argumente, die einen solchen Rückzug als ungünstig erscheinen haben lassen, al ich zunächst angenommen hätte, und so sitzt man denn da und versucht wenigstens den Faden nicht zu verlieren, alles aber bitte keinen Faden, denkt man, den Faden wirst du doch behalten, nicht wahr, nur den Faden, diesen einen, und der Text beginnt sich langsam auszubreiten und so sind dann auch gleich ganze Zeilen da, und man ist damit beschäftigt, den Faden im Auge zu behalten, konzentriere dich, das wird doch jetzt hoffentlich gehen, und dann tritt die erste Figur auf, ein Laborangestellter niedriger Gehaltsklasse, und man denkt, nee, oder, der Text wird einem fremd und der Faden scheint gar nicht mehr so leicht im Auge zu behalten sein, wie man das gerade eben noch dachte, und dann ein Laborangestellter, manche Texte zeichnen sich ja dadurch aus, dass man kein Wort von ihnen entfernen kann, um nicht zugleich den gesamten Text zu sprengen, dieser Text zeichnet sich dadurch aus, dass kein Wort, aber auch so überhaupt keines im Text verbleiben darf, denn sonst implodiert er, einfach so, man versucht ja, eine gewisse Distanz zu wahren, aber wenn der Faden erst einmal zu verschwinden droht, da muss man sich doch einbringen, muss man, bringe dich ein, ich bringe Ich ein und viel bleibt dann nicht mehr, aber der Faden kann ja dann auch schließlich sehr kurz ausfallen. |
|
|
Geschrieben von tk
|
|
Samstag, 26. Januar 2008 |
|
Ich will es hier mal ganz deutlich und unmissverständlich sagen: Ich weiß es nicht. D.h. ich will die Möglichkeit nicht ausschließen, dass irgendwo irgendwann irgendwelche Menschen Geld damit verdienen, d.h. ich selbst kann es für mich nur theoretisch in eine Möglichkeitsabwägung mit einbeziehen, d.h. viele Menschen sind bemüht, wenige gewogen, d.h. es handelt sich hier eigentlich um einen Metadiskurs, der im Gewand der normalen Sprache auftritt – immer wieder diese Bühnenmetaphern, d.h. eigentlich ist das eine Frage aus unendlich theoretischen Bereichen und nicht aus diesem Weltraum, d.h. eine Entität kommt selten allein, denkt sich der C*-Algebraiker, aber was weiß der schon übers Geldverdienen, d.h. die Frage ist unzulässig und wir können uns genüsslich wider den wirklich wichtigen Dingen im Leben zuwenden. Warum geben Menschen Geld? Kommt der Marx daher und sagt: Kenn ich! Man hat mir auch immer wieder diese Frage gestellt, hier lesen sie nach, hier zum Beispiel die Stelle mit den Waren, und da er noch ganz vergnügt in seinen gesammelten Schriften in Festtagseinband herumliest erscheint plötzlich auch die Ober-(auch merkwürdig, dass der Komparativ in so ansprechendem Gewande daher kommt)-Aufsichtsbehörde und verkündet fröhlich: So geht’s nicht. Marxen also ab, und wir bleiben auf unserem Goethen und der Frage an sich sitzen. Wie nun? Der Jüngling hat sich einem reinigenden Bad unterzogen, ätherische Öle aufgetragen, schreibt nun seine zarten Gedichtzeilen an das geliebte Wesen: Mumu, lesen wir da, wie ein Wald, also wie die Blätter im Wald, so im Herbst, falle auch ich immer wieder auf meine vorderen Kauwerkzeuge. Mumu, mein Mondwesen, mögest mir mein Mund mannhaft melken. Nicht welken. Mumu! Jede Zeile ’n Säckel Kohle, faksimiliert und mit Autogramm vom Meister höchsteigentlich. Keiner weiß den Wahnsinn so gut zu deuten wie der Schatzmeister. Wenn man sich also an ein Gradmesser der Literarisierung macht, so ist man bei der Asche schon auf der richtigen Spur. Aschenputtel, kennt man. Vergesst die linken Schuhe, wir gründeln einfach den schwarzen Zeichen hinterher. Und wem ’s in der Seele wehtut, der ist einfach zu weich für diese Welt. Nein, ich setze mich persönlich für den schnöden Mammon ein, der fürderhin nicht mehr Mammon genannt werden mag. Ein Gedicht für eine Terrassenüberdachung, ein Dramolett für den Sportwagen unterm Carport. Die Eingangshalle haben wir mit einem kritischen Beitrag im Esquire neu gestrichen, das Vestibül trägt den Farbton des letzten Radiobeitrags über die Romantik, ach ja und die Romantrilogie hat unser Anwesen im Tessin finanziert. Jede Zeile ein Kontoauszug, jeder Abschnitt eine Überweisung, nehmen sie auch gedeckte Tragödien, nein, also bei uns kann man nur mit Bestsellern zahlen. Sie zahlen mit ihrem guten Namen, wie, sie sind neu in der Stadt, Jünglingsgedichte und Alterswerke können wir leider nicht in Zahlung nehmen. |
|
| | << Anfang < Vorherige 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Nächste > Ende >>
| | Ergebnisse 1 - 4 von 353 | |